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Preishammer im Heimbüro

17.06.2008

20 Prozent weniger Drucker gekauft als im ersten Quartal: Deutschland spart die hohen Tintenkosten rein. Die Hersteller kommen deshalb nun mit dem Preishammer. Farblaser kosten erstmals weniger als 200 Euro. Zu billig, um etwas zu taugen?

Was bringt eigentlich ein Laserdrucker?

"Sie sind sehr sparsam, günstig im Unterhalt und zuverlässig", erklärt Oliver Ketterer vom PC Magazin. Er hält Laserdrucker für genau das Richtige, "wenn ich keine Lust mehr habe mich mit eingetrockneten Druckköpfen oder mickrig befüllten Tintenpatronen herumzuärgern." Laser arbeiten in der Regel schneller, Kartuschen müssen weniger häufig gewechselt werden und liefern auch auf Normalpapier haltbare, scharfe Ausdrucke.

Was spricht dann überhaupt noch für Tintenstrahler?

Laser sind meist größer und bis zu zehn Mal schwerer. Für Fotodruck ist Tinte besser. Und: Laser können nicht randlos drucken.

Farblaser für unter 200 Euro - wie ist das möglich?

Die Hersteller übertragen den alten Rasierklingen-Trick vom Tintenstrahler nun auch auf den Laser. Der wird mehr oder weniger zum Selbstkosten-Preis abgegeben, Geschäft wird mit dem Nachladen gemacht. Ketterer hat das mit dem Billig-Laser CLP-300 von Samsung durchgerechnet: Ein kompletter Toner-Satz gibt's hier ab 130 Euro, der Drucker selbst kostet samt solchen nur wenige Euro mehr. Ansonsten kosten Toner zwischen 60 und 100 Euro. Im letzteren Fall sind dafür aber auch oft doppelt so viele Ausdrucke drin. Gespart wird außerdem an der Ausstattung. Es gibt keine Schubfächer für beidseitigen Druck (Duplex), Schnittstellen für die Funk-Übertragung von Daten zum Beispiel per WLAN fehlen oft ebenso wie ein Display. Bei den Billig-Lasern Marke HP kritisiert Ketterer, dass hier die Auswahlmöglichkeiten im Treiber stark eingeschränkt wurden.
Einen Entwurfs-Modus (Draft) gibt es nicht, die Druckauflösung lässt sich nicht verstellen. Dazu passt, dass der mit rund 275 Euro teuerste Billig-Laser (Magicolor 2530DL von Konica Minolta) die geringsten Folgekosten verursacht (1,8 Cent pro Schwarz-weiß-, 8,3 Cent für Farbseite). Sonst sind es zwischen etwa 2,5 und zehn Cent.

Sind die Billig-Laser also nur ein billiger Marketing-Trick?

Die Aufgaben erfüllen sie laut Ketterer ordentlich. Fotos etwa drucken sie nicht schlechter als teurere Modelle. Die Qualität reicht für den gelegentlichen Heimgebrauch meist aus.

Was fiel beim Test der Billig-Laser sonst noch auf?

Der Energieverbrauch variiert stark und liegt zwischen etwa 20 Euro Stromkosten pro Jahr (HP-Modelle CP1215 und CP1515n) und über 90 Euro (Samsung CLP-300N).

Mein Drucker soll scannen und kopieren - gibt's das auch billig?

Laser-Multifunktionsgeräte sind ab 260 Euro zu haben - mit laut Gunnar Tritsch vom Fachmagazin Chip "unschlagbar günstigem Verbrauch". Auch hier wird aber an Zusätzlichem wie dem Duplex-Druck gespart.

Worauf sollte ich beim Kauf eines Laser-Multifunktionsdruckers sonst noch achten?

Wer viel druckt, sollte auf den Seitenpreis achten. Eine Textseite kann 1,5 Cent kosten - oder doppelt so viel. Das macht bei 1000 Seiten 15 Euro aus. Und: Wer mehrere Rechner hat, braucht einen Netzwerkanschluss am Drucker.

Michael Nardelli | www.suedkurier.de/nachrichten/click/art4250,3265302,0
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